Hillary Clinton

14 September 2006

Ziemlich viel Linke finden Frau Clinton gut, auch weil ihr Mann so toll zusammen mit Bush und Gates gegen Aids kämpft und seine Stiftung aus Armen Kleinunternehmer macht. Sie sollten aber auch die neue Kleiderordnung beachten, an die Good Magazine jüngst erinnerte: zu den Zwischenwahlen im November 2006 hat Frau Clinton bislang acquiriert ->
hc
Finance, Insurance, Real Estate $4,650,601
Lawyers & Lobbyists $3,533,740
Other $3,258,584
Miscellaneous Business $2,332,809
Communications/Electronics $1,808,119
Health $1,122,341
Construction $521,796
Ideology/Single-Issue $432,270
Labor $340,545
Agribusiness $211,565
Energy/Natural Resource $206,462
Transportation $118,210
Defense $86,050

TOTAL (as of June 30th): $33,180,949

“Krieg gegen den Terror” - ein Witz

2 July 2006

Dass sich hinter dem “Krieg gegen den Terror” diverse andere Dinge verbergen (Ressourcenkrieg, strategische Positionierung der USA als imperiale Globalmacht, Stärkung der amerikanischen Rechten als Hauptkraft der internationalen Rechten) ist bekannt. Daher wird der “Krieg gegen den Terror” als Vorwand genommen und erst gar nicht gefragt, welchen Effekt er eigentlich hat. Die New York Review of Books hat am 9.3.2006 danach gefragt, was denn eigentlich bei dem milliardenschweren Unternehmen bisher rausgekommen ist. Ein paar Ergebnisse:

  • von 2002 auf 2003 stiegen nach offiziellen Angaben der US-Administration global die terrorismusbezogenen Anschläge von 2013 auf 3646; in 2005 sollen sie sich gegenüber 2003 verdreifacht haben
  • 1998 gab es 12 Websites für Terrorgruppen, 2005 waren es 4400
  • 3/4 aller Selbstmordattentate seit 1968 fanden in den 4 Jahren nach 9/11 2001 statt
  • 80 000 arabische und muslimische Immigranten in den USA wurden die Fingerabdrücke abgenommen und sie wurden registriert, 8000 wurden von FBI verhört, 5000 wurden ins Gefängnis gesteckt; keiner von ihnen wurde wegen eines terroristischen Vergehens angeklagt
  • die Bush-Regierung behauptet, sie habe mehr als 400 Personen wegen krimineller Vergehen angeklagt, darunter 200 Verurteilungen in terroristischem Zusammenhang; im Juni 2005 erklärte die Washington Post, dass nur 39 davon mit Terror zu tun hatten, in den ersten 2 Jahren wurden alle in diesem Zusammenhang Verurteilten auf im Schnitt 14 Tage und es gebe faktisch keine schweren Fälle aktiver Vorbereitung von Terroranschlägen in den USA, sieht man von dem Schuhbomber Reid ab.
  • keine einzige al-Qaeda-Zelle wurde in den USA entdeckt.
  • Immerhin gelang es, einige Hundert bürgerrechtliche Regelungen abzukratzen, ein paar Dutzend Milliarden auszugeben, ein paar Millionen Amerikaner abzuhören, mehrere Kriege zu führen und dabei Zehntausende umzubringen.

    Ungleichheit

    25 May 2006

    Thomas Pogge: “The statistics are horrifying. Out of a total of 6,373 million human beings (in 2004), about 1,000 million have no adequate shelter; 831 million are undernourished; 1,197 million have no access to safe water; 2,742 million lack access to basic sanitation; 2,000 million are without electricity; 2,000 million lack access to essential drugs; and 799 million adults are illiterate. About 170 million children between 5 and 14-years-old are involved in hazardous work (for example, in agriculture, construction, textile or carpet production); 8.4 million of them in the “unconditionally worst” forms of child labour, “defined as slavery, trafficking, debt bondage and other forms of forced labour, forced recruitment of children for use in armed conflict, prostitution and pornography, and illicit activities”. People of colour and females bear a disproportionate share of these deprivations.
    Roughly one third of all human deaths - about 50,000 daily - are due to poverty-related causes (pdf file 60KB), easily preventable through better nutrition, safe drinking water, mosquito nets, re-hydration packs, vaccines and other medicines. This amounts to 300 million deaths in just the 16 years since the end of the Cold War - more than the 200 million deaths caused by all the wars, civil wars, and government repression of the entire 20th century.
    Never has poverty been so easily avoidable. The collective annual expenditure of the 2,735 million people living below the World Bank’s “$2 a day” poverty line is about $400 billion. Their collective shortfall from that poverty line is roughly $300 billion per year. This is 1.1 per cent of the gross national incomes of the high-income countries, which totals $27,732 billion.
    These countries contain 15.5 per cent of the world’s population with over 80 per cent of the global product. The global poor are 43 per cent of the world’s population with 1.2 per cent of the global product. At market exchange rates, the per capita income of the former is nearly 200 times greater than that of the latter.” (s. auch detaillierter Pogge hier).

    Dagegen seitens des neokonservativ - libertären Cato-Instituts Schmidtz und eine Kritik von Chris Bertram im Crooked Timber - Blog. Andrew Hacker hat übrigens just in der NYRB über “The Rich and Everyone Else” geschrieben - Class Matters.

    Empowerment

    26 February 2006

    Die London School of Economics and Political Science legt kontinuierlich eine ganze Reihe interessanter mehr oder weniger linksakademische Beiträge aufs Netz. Ein paar auffällige sind: Sozialismus als soziale Ermächtigung debattiert Erik Olin Wright, über die größten Probleme der Welt berichtet Bjorn Lomborg und Zygmunt Baumann reflektiert Macht und Politik. Anthony Giddens verhandelt über Reiche und Arme und das American Empire , während Paul Krugman das Verschwinden von Amerika diagnostiziert, John Hills über Ungleichheit und Staat und nochmals Giddens über Egalitarismus. Martin Loughlin behandelt Gleichheit, Tony Atkinson informiert über Spitzeneinkommen in England. Eine sehr gut gegliederte Einführung in die gute alte Eigentumsfrage bietet Kim im Rahmen der MIT OpenCourseWare.

    P.S. Eine bemerkenswerte Menge von Videovorlesungen sammelt der Research Channel und hier finden sich open access journals und podcasts (mit ziemlich viel Schrott dabei).

    G8

    14 February 2006

    Im Frühsommer 2007 treffen sich die TopDienstleister der Welt im Kempinski in Heiligendamm an der mecklenburgischen Ostseeküste. Linksradikale Vorbereitungen auf den G8-Gipfel werden hier dokumentiert. Bernd Hüttner hat im Linkslog auf das Buch zu den entsprechenden Aktivitäten in Gleneagles 2005 aufmerksam gemacht, das kostenlos als pdf erhältlich ist..

    Ungleichheit

    30 January 2006

    “Das reichste Zehntel der Bevölkerung (Chiles) beansprucht 47 Prozent des Einkommens, das ärmste Zehntel erhält kaum mehr als 1 Prozent.” (FAZ v.30.1.2006)

    Bildung und Reichtum

    23 January 2006

    Michael Hartman hat in der Berliner Zeitung vom 21.1.2006 kurz den Zusammenhang von Armut und Bildung in den USA und der BRD notiert:
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