whoops - auch die lefties…

26 February 2006

wählen nur böse - männer…

Empowerment

Die London School of Economics and Political Science legt kontinuierlich eine ganze Reihe interessanter mehr oder weniger linksakademische Beiträge aufs Netz. Ein paar auffällige sind: Sozialismus als soziale Ermächtigung debattiert Erik Olin Wright, über die größten Probleme der Welt berichtet Bjorn Lomborg und Zygmunt Baumann reflektiert Macht und Politik. Anthony Giddens verhandelt über Reiche und Arme und das American Empire , während Paul Krugman das Verschwinden von Amerika diagnostiziert, John Hills über Ungleichheit und Staat und nochmals Giddens über Egalitarismus. Martin Loughlin behandelt Gleichheit, Tony Atkinson informiert über Spitzeneinkommen in England. Eine sehr gut gegliederte Einführung in die gute alte Eigentumsfrage bietet Kim im Rahmen der MIT OpenCourseWare.

P.S. Eine bemerkenswerte Menge von Videovorlesungen sammelt der Research Channel und hier finden sich open access journals und podcasts (mit ziemlich viel Schrott dabei).

Wer ist der schlimmste US-Linke?

24 February 2006

Michael Berube führt das Feld weit an, gefolgt von John Bellamy Foster und Eric Foner, aber da sind noch 103 weitere! Dem unvergleichlichen David Horowitz (come on, learn more about David!) haben wir diese Klickliste der brightest left-wing intellectuals zu verdanken. Einfach wunderbar, diese right-wing blogosphere. Natürlich wählt sie bloß Männer nach oben, klar.

Privatisierung

23 February 2006

Audio-Dateien einer bemerkenswerten Tagung der “Berliner Mietergemeinschaft” zu “Privatisierung in Berlin am 11.2.06 finden sich - na hier!

Kartografie der Macht

19 February 2006

Redblog hat auf ein Projekt aufmerksam gemacht, das sich seit über fünf Jahren die schwarze Seite der Kartografie der Macht zum Gegenstand macht: die verbotenen Zonen, die zone interdite. Zwei in Berlin lebende Schweizer haben militärische Einrichtungen dokumentiert und ein Kunstprojekt mit hoher politischer Militanz entwickelt. Sie greifen auf Lev Manovich aus San Diego zurück, einem der wenigen innovativen Medientheoretikern der Gegenwart. Eine planetare Punktierung der weltweit verbotenen Zonen zeigt die Homepage an, die verbotenen Zonen länderweise skizziert. Aktuelle Beiträge in der NZZ etc. machten das Projekt aktuell bekannt, das als besonders spannendes Teil allerlei Details über Guantanamo dokumentiert.

ZONE*INTERDITE ist ein Kunstprojekt, das als Versuchsanordnung dient und für die eigenen Entdeckungen und Erforschungen offen steht. Wir sind nicht frei in unserer Wahrnehmung der Welt, denn verschiedene Gebote und Verbote verweisen uns stets auf die richtige Sicht der Dinge, sie geben unsere Blickrichtung vor. Unsere individuelle Lust am Sehen und die Freude am Entdecken werden eingeschränkt durch komplexe Formen der Zensur und Selbstzensur. Durch neue Sichtachsen und die Weitung des Horizonts wird die individuelle Selbstzensur, die Blindheit gegenüber eigenen Regungen unterwandert.

Das Projekt liefert mit seinen 1200 Einträgen einen substantiellen Beitrag zu einer neuen Kartografie der Macht, die z.B. Bill Rankin`s “US Empire and military installations” in einen politischen Zusammenhang bringt. Es gibt eine neue Kartografie der Macht, die nicht nur verbotene Zonen, sondern auch hohe Selbstverständlichkeiten und Normalitäten des globalen Blicks von oben pflegt, die also die neue Souveränität der Macht reflektiert, die ein Ergebnis der technologischen Innovationskultur der Milliardärsnetze der New Economy ist.

Affektives Kapital

18 February 2006

affectives kapital

Einer jener Begriffszusammenhänge, die Michael Hardt und Antonio Negri in ihrem Band Empire entwickelten und der besonders rascher Ablehnung anheim fiel, war der Bezug auf das affektive Kapital. Im Unterschied zu anderen Kategorien des Bandes wurde er ignoriert. Ein wesentlicher und nachvollziehbarer Grund lag sicherlich darin, dass die Autoren die Problematik dieses Begriffs beiseite legten, die natürlich (ähnlich wie bei den Bourdieu`schen Kapitalkategorien u.v.m.) darin bestand, dass sie in der Tradition der frühen klassischen bürgerlichen Ökonomie Kapital auf eine Ressource unter vielen reduzierte und mit der Marx`schen Bestimmung von Kapital als gesellschaftlichem Verhältnis eine Absage erteilte. (more…)

DDR legt neues Programm zur Demokratisierung der USA auf

16 February 2006

Berlin - Isolation nach außen und Schwächung von innen: Mit einer Doppelstrategie möchte der Staatsrat “neue Anstrengungen” unternehmen, um in den USA reformwilligen Kräften zu mehr Einfluss zu verhelfen. Unabhängig von den bislang angedrohten Sanktionen gegen das Weiße Haus in Washington kündigte der DDR-Außenminister Kurt Fischer vor der Volkskammer an, zusätzliche 63 Millionen Euro (etwa 75 Millionen Dollar) für die Demokratieförderung in den USA ausgeben zu wollen. Die entsprechende Summe solle nachträglich im Rahmen des Haushalts 2006 bei der Volkskammer beantragt werden. Bislang waren im Etat lediglich 8,4 Millionen Euro zur Unterstützung von Dissidenten, Atheisten, Bürgerrechtlern und Gewerkschaftsführern vorgesehen. (more…)

Transforma

15 February 2006

Auch noch ein Hinweis auf Transforma , das im Juli 2006 das Thema

“Revolutions: Concepts, Discourses, Practices of Revolutionary Action in Our Time”
behandelt und, das ist der eigentliche Grund des Hinweises, in seinem Archiv erfreulich viel Volltexte aus den Konferenzen 2003-5 mitschleppt.

G8

14 February 2006

Im Frühsommer 2007 treffen sich die TopDienstleister der Welt im Kempinski in Heiligendamm an der mecklenburgischen Ostseeküste. Linksradikale Vorbereitungen auf den G8-Gipfel werden hier dokumentiert. Bernd Hüttner hat im Linkslog auf das Buch zu den entsprechenden Aktivitäten in Gleneagles 2005 aufmerksam gemacht, das kostenlos als pdf erhältlich ist..

Kuba und Linkspartei

9 February 2006

Eine ziemlich grauslige Sache entwickelt sich eben um eine Kuba-Resolution im Europäischen Parlament. Da gibt es eine Entschließung des Parlaments . Einzelne Abgeordnete der linken Fraktion - wie Pflüger und Wagenknecht - stimmten dagegen, fünf weitere Abgeordnete der deutschstämmigen Gruppe in der GUE/NGL stimmten dafür und gaben dafür eine weitläufige Begründung. Eine geplante Reise von Vertretern der Linkspartei nach Kuba wurde von seiten Kubas abgesagt; einzelne Vertreter der Linkspartei oder von Cuba Si widerum zeigten sich ziemlich entsetzt über die Zustimmung zu der Resolution. Und es gab dann eine Presseerklärung der Linkspartei.PDS, die sich zwar der Kritik an Abgeordneten enthielt, aber Begründungen der Erklärung der 5 wiedergab.
Der humanitäre Interventionismus hat mal wieder zugeschlagen und die Linke zerfällt sofort. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang die Totalitarismus-Resolution des Parlaments dieser Tage und die Reaktion der Linken und einzelner Parlamentarier darauf.