Ungleichheit
“Das reichste Zehntel der Bevölkerung (Chiles) beansprucht 47 Prozent des Einkommens, das ärmste Zehntel erhält kaum mehr als 1 Prozent.” (FAZ v.30.1.2006)
“Das reichste Zehntel der Bevölkerung (Chiles) beansprucht 47 Prozent des Einkommens, das ärmste Zehntel erhält kaum mehr als 1 Prozent.” (FAZ v.30.1.2006)
In 7 der 10 größten Übernahmen mit deutscher Beteiligung waren deutsche Konzerne die Käufer, die insgesamt ihre grenzüberschreitenden Käufe um 26 % auf 73 Mrd $ steigerten, wie die KPMG vermerkt. “Die Geldbeutel der 30 Dax-Konzerne sind prall gefüllt. Allein deren liquide, sofort für Übernahmen einsetzbare Mittel werden auf weit mehr als 120 Milliarden geschätzt - gut ein Drittel mehr als noch 2002…verfügen die Unternehmen über eine gewaltige Einkaufsmacht.” (FAZ v.30.1.2006).
zunächst eher als fringe imperialist belächelt - seine Weltkarte des Pentagon, in den “Blättern für deutsche und internationale Politik 5/2003 S.554-564 sowie in der FR vom 25.6.03 (gekürzt) publiziert machte ihn auch im deutschen Leserkreis bekannt - ist drei Jahre später eine weit gewichtigere und einflußreiche Figur. Sein Weblog , zwei Bücher sowie zahlreiche Artikel machen seine radiakalimperiale Position öffentlichkeitsrelevant - auch wenn er seine nicht sonderlich zentralen Positionen im Militärapparat mittlerweile verloren hat. Seit der Publikation 2003 wird er hierzulande völlig ignoriert. Wir werden ihm deshalb in den nächsten Monaten etwas nähertreten.
Die FAS letzter Woche (22.1.06) gibt eine Schreibmaschinenseite wieder, auf der Eichmann den Judenbestand aufzählt und summiert. Estland war “judenfrei” - nur an diesem Vermerk erkennt man, worum es hier geht.
Die entsetzlichste Addition, die ich jemals gesehen habe.
Arte brachte Hollywood und Holocaust. Der Abspann vor der schreienden Bewerbung für das nächste Arte-produkt (”Mozart-Superstar”) zählte ein eine dreistellige Zahl mitwirkender Institutionen der H+H-Industrie auf. Eine riesige Apparatur des Erinnerns und der Assimilation. Krass der Auszug aus einer TV-Surprise-Talk-Show einer Auschwitz-Überlebenden (”Und hier: direkt aus dem Lager! Ihre Freundin aus der Gaskammer!! (rauschender Beifall)” oder so ähnlich.
Fast alle dort erwähnten Filme habe ich in den letzten paar Jahrzehnten gesehen, von den frühen Verdrängungsstreifen à la Anne Frank bis hin zu den fleischfarbenen Massenmassakern Wouk`s. Viele haben mich beeindruckt. Einfach gesagt: sie sind Bausteine einer Überzeugung in Sachen Faschismus und Antisemitismus gwesen. In den letzten drei Jahren habe ich an keinen einzigen dieser Filme gedacht.
Noch dauert die eigentümliche Ruhe nach der Bundestagswahl 2005 an. Alle Akteure sind mit der Neuaufstellung ihrer “Bataillone” befasst und testen aus, was das nächste große Ding wohl sein wird. Während die einen auf Bildung oder Familie setzen, bringen die anderen die Energiefrage ins Spiel und die dritten reden vom nächsten Krieg (von uns gegen den Irak) und seine heilsamen Wirkungen auf die innenpolitischen Unübersichtlichkeiten. Wenig wird vom politischen Kern der Sache Neoliberalismus geredet, der sehr einfach ist: die Arbeit an der Vergrößerung der Ungleichheitsspanne hierzulande. Um sie geht es seit den 70er Jahren (s. Huffschmid; Harvey ). Ohne eine Wende in der Verteilungspolitik mag das neoliberale Regime manche Legitimationsprobleme haben - größere Schwierigkeiten wird es nicht geben. Eine solche Wende ist ohne gewerkschaftliche Initiative nicht möglich - und in einer Zeit, in der die Neuaufstellung der politischen Formationen eine eigentümliche Offenheit für politische Vorstöße erlaubt, wird die diesjährige Tarifrunde der IG Metall wesentlich entscheiden, ob es zu einer solchen politischen Wende kommt oder ob zumindest der Raum geöffnet wird, um 2007 den langen historischen Trend wachsender Ungleichheit in Deutschland zu stoppen.
Michael Hartman hat in der Berliner Zeitung vom 21.1.2006 kurz den Zusammenhang von Armut und Bildung in den USA und der BRD notiert:
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